Unsere Sponsoren: DATEV

Julia Bangerth ist Mitglied des Vorstands der DATEV eG und dort verantwortlich für Personal. Ein Gespräch über den digitalen Wandel, die Jobs der Zukunft und Die Lange Nacht der Wissenschaften:

Die DATEV ist schon seit über 50 Jahren im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung tätig – bevor es Personal Computer oder gar das Internet gab. Wie sehen Sie die gegenwärtigen Megatrends der Arbeits- und Lebenswelt: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI)?

Die zunehmende Komplexität und Veränderungsdynamik unserer Umwelt erfordern von Unternehmen mehr Flexibilität und Agilität. Nicht nur in der IT-Branche spiegeln sich die Zukunftsthemen Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Automatisierung und Vernetzung wider und verändern Arbeitswelt und Märkte nachhaltig. Gerade gewachsene Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Wege zu finden, um in einer volatilen Welt weiterhin und dauerhaft erfolgreich zu sein. Das reicht von der Einführung neuer Geschäftsmodelle bis hin zu zukunftsorientierten Arbeitsweisen. Bewährte Prozesse, vertraute Denk- und Handlungsmuster und über Jahrzehnte erfolgreiche Geschäftsmodelle müssen dazu konsequent auf den Prüfstand gestellt werden. Anpassungsfähigkeit wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor für Organisationen. Nur die Unternehmen, die schnell auf Marktveränderungen und Kundenbedürfnisse reagieren können, werden es schaffen, im digitalen Wandel wettbewerbsfähig zu bleiben. Es geht darum, Flexibilität, Kollaboration und Kundenorientierung sicherzustellen und regelmäßig Wert zu liefern.

Wie ist Ihre Einschätzung: Bringt die Digitalisierung wirklich den befürchteten Job-Abbau mit sich, weil in den kommenden Jahrzehnten vermehrt Aufgaben in Verwaltung und Dienstleistung von Software übernommen werden können?

Durch den rasanten Wandel sowohl der Technologien, der Arbeitsformen als auch der Lernformen stehen wir heute vor dem Phänomen, dass Lerninhalte immer unsicherer werden und schneller überholt sind. Wir bereiten heute an Schulen und Hochschulen Menschen auf Tätigkeiten und Aufgaben vor, die vermutlich zum Großteil noch nicht existieren. Sie werden mit heute noch unbekannten Technologien arbeiten, um Probleme zu lösen, die wir noch nicht kennen. Digitalisierung bedeutet vor allem einen Wandel der Tätigkeiten und Berufsbilder: Routineaufgaben werden zunehmend automatisiert, dafür rücken komplexe und neuartige Tätigkeiten mehr in den Mittelpunkt.

Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Bei uns im Anwenderservice können wir diese Entwicklung sehr schön nachvollziehen: Um den stetig wachsenden Service-Anfragen gerecht zu werden, setzen wir zunehmend auf Selbsthilfemedien. Eine KI-basierte Suche unterstützt Anwender bei der Lösungsfindung. Wenn also ein individueller Servicefall erfolgreich gelöst ist, wird diese Lösung für die Selbsthilfe aufbereitet. Dafür brauchen wir nun Expert*innen wie Service-Autor*innen, Suchspezialist*innen und Analyst*innen. Sie sorgen dafür, dass die Lösungen später allen zur Verfügung stehen und auch richtig gefunden werden. Dafür bilden wir unsere eigenen Mitarbeiter*innen fort. Unternehmen müssen ihre Beschäftigten darauf vorbereiten, in der zukünftigen Arbeitswelt zurechtzukommen. Gleichzeitig tragen Mitarbeiter*innen zukünftig mehr Eigenverantwortung hinsichtlich ihrer beruflichen Kompetenzentwicklung – Lernen und Lernbereitschaft werden zu Schlüsselkompetenzen auf individueller und organisatorischer Ebene.

Die DATEV ist eine geschätzte Arbeitgeberin und hat mit dem Genossenschaftsmodell eine Grundlage geschaffen, Ihre Kund*innen und die Unternehmensführung im Unternehmen zusammen zu bringen. Bringt dies der DATEV einen entscheidenden Vorteil gegenüber Wettbewerber*innen?

Der Satzungsauftrag der DATEV lautet klar: Wir sichern mit unseren Leistungen den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg unserer Mitglieder. Das bedeutet auch, dass es wichtig ist, neue Technologien und Trends frühzeitig  zu identifizieren und potenzielle Auswirkungen zu erkennen. DATEV verfolgt immer das Ziel, den Erfolg ihrer Mitglieder und deren Mandant*innen zu fördern. In diesem Sinne treiben wir seit über 50 Jahren die Digitalisierung betriebswirtschaftlicher Prozesse voran. Gerade in Zeiten der digitalen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft wollen wir auch weiterhin Impulsgeber im Sinne der steuerberatenden Berufsstände sein. Deshalb prüfen wir ständig auch Möglichkeiten zur Weiterentwicklung unseres Angebotsportfolios, die im Sinne des Erfolgs unserer Mitglieder sind - das ist der entscheidende Beweggrund für unsere Aktivitäten. Dabei ist zu beachten, dass der Erfolg und die Zukunftsfähigkeit der steuerlichen Berater*innen und der DATEV unter sich rapide verändernden Bedingungen zu gestalten sind. Derzeit sind am Markt Entwicklungen zu beobachten, deren Kombination erhebliche Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der DATEV und ihrer Mitglieder haben kann. Diese Entwicklungen möchten wir aktiv gestalten und neue Ideen zur Förderung unserer Mitglieder umsetzen.

Die DATEV ist zum fünften Mal bei der Langen Nacht der Wissenschaften dabei und schon zum vierten Mal einer der Hauptsponsoren. Wie erleben Sie die Veranstaltung über die Jahre – was hat sich verändert und was gibt es Neues bei Ihnen?

Das Event schlägt immer größere Wellen und gewinnt von Mal zu Mal an positiver Resonanz. Und das Thema ist für die breite Öffentlichkeit hochattraktiv: Der Blick hinter die Türen forschender Unternehmen und wissenschaftlicher Institutionen ist immer faszinierend – Experimente, Vorträge und Führungen bieten einen einmaligen Einblick in aktuelle Forschungstrends und Technologien der Zukunft. Hier kann jeder erleben, was die Themen der Zukunft sind. Unser Fokus liegt in diesem Jahr auf Themen wie Blockchain, dem DATEV-Ökosystem und agiler Softwareentwicklung. In interaktiven Formaten und Live Demos werden den Besucher*innen vor Ort Einblicke rund um Plattformen im digitalen Ökosystem, IT-Security und innovative Methoden gegeben.