Schon gewusst?

Zur Langen Nacht der Wissenschaften erblickte im Bionicum im Tiergarten ein von der Natur inspirierter Roboter das Licht der Öffentlichkeit: Der OHM-Krabbler ist eine technische Nachbildung einer Spinne mit deren Bewegungsabläufen. Was sich im ersten Moment wie eine Spielerei anhört, hat einen tieferen Sinn. Die Wissenschaftler*innen und Forscher*innen der Technischen Hochschule Nürnberg haben den technischen Nachbau des Lebewesens gewagt, um Neuerungen umzusetzen, die sie von den Spinnen abgeschaut haben. Sie testeten den Antrieb von Gliedern mit Pneumatik statt Elektromotoren und damit die Energieeffizienz und Beweglichkeit dieser selten benutzten Antriebsform von Robotern. Dazu haben die Wissenschaftler*innen sich die Natur als Vorbild genommen, denn Spinnen bewegen sich mit hydraulisch angetriebenen Muskeln in ihren acht Beinen fort. Aufgrund der Gewichtsreduzierung entschieden sich die Forscher für den Einsatz von Druckluft statt Flüssigkeit. Neu an diesem Roboter ist auch die Erprobung einer intuitiven Programmierschnittstelle, die sich bei den Bewegungsabläufen des OHM-Krabblers an Spinnen orientiert und so besonders geländegängig und energiesparend ist. Die Forscher*innen haben ihr Konzept patentieren lassen und es soll weiter erforscht werden, wie der Spinnenroboter in gefährlichen Umgebungen auf unebenem Gelände, das mit heute bekannten Ketten- und Radfahrzeugen nicht mehr zugänglich ist, Messgeräte, Kameras oder auch Versorgungselemente transportieren kann. Der Roboter ist gegenwärtig Teil der Ausstellungen des Bionicums im Tiergarten und kann dort besichtigt werden.